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Freitag, 28. Juni 2019

28. Juni 2019 | Каракол (Karakol) (KG) | 30 km | Ruhe- und Badetag

Heute schmeckte der Schwarztee mit Milch(pulver) und viel Zucker irgendwie besonders gut. Vielleicht lag's auch am kross getoasteten Brot, auf dem die Butter innert Sekunden schmolz und durch die Luftblasen auf die Hand floss oder an der leicht rauchigen Konfitüre aus Georgien, die Lorenz von Nari, der Frau von Zurab, dem er den Anhänger geschenkt hatte, erhalten hatte. Oder aber es lag an der Morgensonne, die hier auf 1800 m.ü.M. so lieblich und trotzdem stark scheint.

Ich weiss es nicht. Er schmeckte einfach gut.

Da Nachdenken in einem Motivationstal, wie ich es gestern Abend erlebt hatte, nicht viel bringt und mir der Schlaf ausgesprochen gut getan hatte, begann ich diesen Tag mit einem Lächeln im Gesicht und freute mich darauf, mit Vreni und Lorenz an den Yssyköl-See zum Baden zu fahren.

Zuerst mussten aber ein paar Einkäufe erledigt werden, was in einer Stadt wie Karakol gar nicht so einfach ist. Die Städte hier haben gar kein richtiges Zentrum und man muss sich ein wenig durchfragen um einen Supermarkt oder den Basar zu finden. Wir zogen zu viert vom Hostel, in dem Vreni und Werner residieren und vor dem wir den Muni in der breiten Strasse komfortabel haben parken können, Richtung des vermeintlichen Zentrums los und fanden sogar eine Gegend, wo Läden vorhanden waren. Die meisten dieser Läden sind aber SIM-Karten-Shops, Mobiltelefon-Läden oder Geschäfte mit Unterhaltungs- oder Haushaltelektronik...Esswaren sind echt schwierig zu finden. Lorenz und Werner entschieden nach ein paar Minuten des ergebnislosen Suchens, in einem Restaurant etwas trinken zu gehen während Vreni und ich uns auf die Suche nach Essbarem machten.

Die erste Idee, in einem Touristen-Informations-Laden nach dem Weg zu einem Supermarkt zu fragen, stellte sich als nicht zielführend heraus, denn der junge Angestellte sprach kaum Englisch und konnte scheinbar nicht Karten lesen, denn er fand auf Google-Maps nicht einmal seinen Laden, geschweige denn einen Lebensmittelladen.

Eine Frau, die wir anschliessend fragten, wo ein Supermarkt oder ein Basar sei, zeigte uns den Weg, da sie auch zum Basar gehen musste. Die Menschen sind hier generell sehr hilfsbereit und scheuen sich auch nicht, einen Umweg zu gehen um einem einen Weg zu zeigen. Oft wird man auch angesprochen wenn man etwas verloren an einer Strassenecke steht.

Beim Basar kauften wir eine Wassermelone und in einem Supermarkt deckten wir uns mit dem Nötigsten ein – Vreni hatte uns für den Abend zu Spaghetti eingeladen.

Als wir Lorenz und Werner im Restaurant wieder trafen hatte sich schon ein kleiner Hunger eingestellt und so bestellten wir alle einen Salat. Die verschiedenen Salate sahen nicht nur sehr gut aus sondern schmeckten auch mindestens so gut.

So verköstigt und mit Einkäufen beladen spazierten wir zurück zum Hostel und machten uns bereit für den Strandausflug. Wir wollten mit dem Muni zum etwa 15 km entfernten Strand – Karakol liegt nicht unmittelbar am See – fahren. Da in der Kabine nur zwei Personen Platz haben musste/durfte ich die Fahrt im Shelter verbringen und legte mich gemütlich auf mein Bett während Lorenz den Lastwagen durch die Stadt steuerte. Der Blick aus dem Seitenfenster war etwas ganz anderes und ich genoss es, für einmal einen anderen Blick auf die vorbeiziehende Stadt und Landschaft zu haben.

Der vergleichsweise kleine Strand an einem ziemlich schmalen Arm des Sees zwischen Seeufer und der Halbinsel bei Karakol, war bereits gut besucht. Es standen viele Sonnenschirme schräg gegen den angenehm frischen Wind im Sand und die Menschen lagen auf ihren Strandtüchern, tummelten sich im Wasser oder spielten Ball am Strand. Das Bild, das sich uns bot war kaum von dem eines Strandbades irgendwo in Europa zu unterscheiden – ausser dass die Leute eine andere Physiognomie haben.

Das Wasser war erfrischend kühl, was ich an den Füssen, mit denen ich hinein stand, deutlich spürte. Leider hatte ich keinen Neopren-Anzug dabei, so dass ich mich als bekennender Warmbader leider nicht ganz ins kühle Nass begeben konnte. Aber eine Abkühlung war auch gar nicht notwendig, da bereits der Wind genügend kühlte um sich wohl zu fühlen.

Es war ein gemütlicher und angenehmer Nachmittag am See. Wir redeten, spielten Backgammon, sonnten uns und dösten ein wenig.

Die Rückfahrt ging genau gleich vonstatten wie die Hinfahrt – ich lag auf meinem Bett und Vreni und Lorenz sassen in der Kabine.

Das Abendessen schmeckte vorzüglich und wir genossen den Abend auf Schweizerdeutsch sehr.

Fotos habe ich heute keine gemacht und so gibt es zum ersten Mal kein Bildmaterial, das diesen kurzen und einfachen Bericht untermalt.

Da heute in der Nordwestschweiz die Sommerferien beginnen möchte ich allen LehrerkollegInnen, «meinen» ehemaligen SchülerInnen und vor allem meiner Tochter Meret und meiner Partnerin Susanne zum Abschluss des Schuljahres gratulieren und wunderschöne, erholsame und erlebnisreiche Schulferien wünschen. Ihr habt euch diese Ferien redlich verdient und ich hoffe, ihr könnt sie auch in vollen Zügen geniessen!

...auch Fahrten zum Badestrand werden aufgezeichnet

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